"Es hat sich eben leider herausgestellt, dass in der Auswahl derjenigen, die für bestimmte Positionen in Frage kommen, beim Fernsehen mehr qualifizierte Frauen zu finden sind als in dem Bereich, mit dem wir uns beschäftigen, nämlich mit politischer Berichterstattung im Print. So einfach ist das."
Die Welt ist noch viel einfacher, Herr Aust. In der Branche wird ja auch gemunkelt, dass die Skepsis des Spiegels beim Thema "Klimawandel" mit der Vorliebe des Chefs für leistungsstarke Fahrzeuge (SUV) zu tun haben könnte ;-).
Die Statistik ist für das Magazin schon kein Ruhmesblatt, aber auch deshalb brisant, weil solche Daten bei Klagen nach dem AGG durchaus eine Rolle spielen können. Daraus könnte sich eine Umkehr der Beweislast bei einer behaupteten Benachteiligung wegen des Geschlechts ergeben. JuracityBlog hatte allerdings bereits berichtet, dass Frauen es auch am Bundesarbeitsgericht schwer haben. Es ist aber nicht überliefert, dass Frau Schmidt, die Chefin des Bundesarbeitsgerichts, das mit den Worten entschuldigt haben soll:
"Es hat sich eben leider herausgestellt, dass in der Auswahl derjenigen, die für bestimmte Positionen in Frage kommen, in der Familiengerichtsbarkeit mehr qualifizierte Frauen zu finden sind als in dem Bereich, mit dem wir uns beschäftigen, nämlich mit Job, Karriere und Gleichbehandlung. So einfach ist das."
Am Bundesarbeitsgericht scheint "man" das Problem erkannt zu haben; die Neuernennungen in 2007 sind weiblich (wir hatten darüber hier und hier berichtet). Die neuen Richterinnnen werden sicher auch bei der Geschlechtsdiskriminierung der Rechtsprechung einen weiblichen Touch geben …
Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte